Geschichtliches - Genius loci
Die Quelle versorgte zwischen 1865 und 1938 als Heilquelle
die Kur- und Kaltwasserheilanstalt Winternitz im - früher weltberühmten
- Kurort Kaltenleutgeben.
Die beiden Kuranstalten Emmel und Winternitz zogen Tausende internationale
Kurgäste an und prägten über Jahrzehnte maßgeblich
den Ort und dessen florierenden Wirtschaftszweig Kurtourismus.

Foto um 1900
Hofrat Prof. Dr. Wilhelm Winternitz
(1834-1917)
mit Lehrstuhl an der Universität Wien
über die Hydrotherapie
Winternitz machte sich um die wissenschaftliche Begründung der Wasserheilkunde verdient und gründete neben der Kurheilanstalt die erste hydrotherapeutische Klinik. Winternitz versteht unter dem Begriff Hydrotherapie "die methodische Anwendung von Wasser in seinen verschiedenen Temperaturen und Aggregatzuständen zu diätischen, prophylaktischen und therapeutischen Zwecken." Was Prof. Dr. Johann Emmel basierend auf der Methode von Vincenz Prießnitz Jahrzehnte zuvor in Kaltenleutgeben aufbaute, führte Winternitz professionell in seiner eigenen Anstalt weiter.

Werbeplakat der Kurheilanstalt
Winternitz

Rebekkabrunnen bei Muttersegenhaus (Promenadegasse 38) um 1880.
Als die Winternitz-Kuranstalt im dritten Reich zur SA-Kaserne umfunktioniert wurde, gerieten diese Qualitäten des Ortes bis heute in Vergessenheit! Die riesigen Bäume im Kurpark wurden einfach umgesägt und mit Kieselstein ein Exerzierplatz errichtet... Der Ort litt im zweiten Weltkrieg unter Kämpfen zwischen Russen und der SA: Die Russen drangen zwischen 5. und 7. April 1945 durch den Eisgraben in den Ort ein - auch von der Sulzer Höhe wurde der Ort beschossen... 69 Zivilisten fanden den Tod. Der Eisgraben war am 25. Feb. 1956 wieder sehr bekannt geworden: Der Abfahrtslauf "Eisgrabenrennen" wurde für Damen und Herrn abgehalten und es gewannen damals Größen wie: Otmar Schneider, Erst Hinterseer, Anderl Motterer, Hias Leitner, Thea Hochleitner, Trude Klecker, Ilse Schickl. 20000 Zuschauer wurden mit Sonderzügen transportiert.
Die Aufbauarbeiten nahmen nicht immer Rücksicht auf das Ortsbild und es geschieht auch leider heute noch, dass Betonklötze z.B. neben der Professoren-Villa (Residenz von Prof. Winternitz) errichtet werden, die es schwer machen, dass der Genius loci wieder Fuß fassen kann. Die Wurzeln des Ortes sind Kalkstein, Quellwasser und die üppigen Buchen- und Eichenwälder.
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Name "Rebekka"
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