DRM+ die logische Nachfolge von UKW - FM
I.) Ausgangslage UKW - FM
Frequenzmodulierter Rundfunk (FM) wird in Österreich
seit 1953 gesendet.
Der dafür genutzte Frequenzbereich heißt bei uns UKW (korrekt gesagt
VHF-Band II) und erstreckt sich
- ab dem Stockholmer Wellenplan 87,5 - 100 MHz,
- ab dem Darmstädter Abkommen 1971 erweitert bis 104 MHz und
- ab dem Genfer Wellenplan 1984 erweitert bis 108 MHz.
Das FM-Signal hat in Europa eine max. zulässige Bandbreite von 100kHz, wurde anfangs aber für Monosendungen nur zu 15kHz genützt. Die weiteren 85kHz des verfügbaren Frequenzspektrums wurden im Laufe der Zeit zunehmend klug ausgenützt:



Das Thema "Digital Radio" ist seit vielen Jahren Thema in Fachzeitschriften und entsprechenden Homepages. Dabei handelt es sich meist um Nachfolge-Standards als Ablöse von UKW-FM. Es gibt verschiedene Standards mit unterschiedlicher Verbreitung, verschiedenen Schwerpunkten und Lobbying.
Abgesehen von
In diesem terrestrischen Rundfunk-Bereich gibt es nun folgende digitale Standards:
Da dieser Bereich "Digital Radio" noch jung ist und sich die Kräfte zwischen Industrie, Lobbying und Nachfrage konsolidieren müssen, ist mit einer bewegten Zeit bis 2020 im Thema Durchsetzung und Ablöse des analogen Rundfunks zu rechnen! Gewisse Vorgaben seitens der EBU gibt es allerdings!
Als Übergangsszenario in Österreich ist
folgende Abfolge möglich:
Es erfolgt der Verkauf von Empfängern, die FM, DAB+ und DRM+ (teilweise
auch gleich AM und DRM) können. Zuerst werden alle bundesweit abdeckenden
Programme von FM (VHF Band II) in einen oder zweii Multiplexe auf DAB+ (VHF
Band III) übersiedelt und einige Jahre in beiden Modi zeitgleich ausgestrahlt.
Weiters werden alle regionalen und lokalen Programme von FM auf ein oder mehrere
DAB+ oder DRM+ Multiplexe übersiedelt, die regional unterschiedlich aussehen
und auch im VHF Band III die landesweite Versorgung ergänzen. Nach einigen
Jahren ist das Senden von FM auf Band II überflüssig, weil alle
schon neue Empfänger haben und DAB+ und DRM+ hören.
Es können die ehemaligen FM-Frequenzen im Band II abgeschaltet werden.
III.) DRM+ (DRM im Mode E, früher auch DRM120 genannt)
DRM+ ist dzt. von 30MHz bis 174MHz standardisiert
und dient der Ablöse des FM-Rundfunks (UKW) als Ergänzung zu DAB+.
DRM+ nutzt - so wie DAB+ auch - den Audio-Codec MPEG4 HE AAC (wie auch bei
DRM) und passt durch seine Kanalbreite von 96kHz auch in den europäischen
UKW-Frequenzraster von 100kHz.
DRM+ kann in Summe bis zu 186kbit/s Nutzdaten transportieren, was in einem
Multiplex folgende Kombinationen ermöglicht:
z.B. 2 hochwertige Stereo-Programme bit je 64kbit/s plus 2 Sprach-Programme
mit je 24kbit/s.
Es können sich mehrere Programmanbieter an dem Multiplex beteiligen,
oder auch einer alleine diesen in Kombination mit Datendiensten (z.B. NewsService
Journaline) ausfüllen.

Durch alternative Frequenzangaben im RDS des herkömmlichen FM-Signals
und durch Einbindung der alternativen Frequenzen im DRM+ Datenstrom, können
analoge und digitale Frequenzplätze fließend einander ablösen
und je nach Signalstärke automatisch zum Empfang ausgewählt werden.
Die Sendeleistung eines DRM+ Signals beträgt aus heutiger Sicht bei gleicher
Reichweite wie das FM-Signal nurmehr wesentlich weniger !
Weitere Info eines Herstellers: RFmondial
ANHANG: ehemaliger DAB-Versuchsbetrieb in Österreich
ORF und ORS betrieben bis Ende 2008 einen DAB-Versuchbetrieb im Raum Innsbruck und Wien mit ORF-Radioprogrammen:
Innsbruck (seit Sept. 2000) VHF Band III - Block
12C vom Patscherkofel und Seegrube
als SFN.Ensemble "DAB ORF TIR" mit Programmen: OE1, OE2-T, OE3 und
FM4
Wien (seit Jänner 1999) VHF Band III - Block
12D vom Küniglberg, Bisamberg und KW Donaustadt als SFN.
Ensemble "DAB ORF-WIEN" mit Programmen: OE1, OE2-W, OE3 und FM4
Die Datenrate betrug 192kbit/s Stereo je Programm im MPEG1 Layer 2 (MP2) Standard.
Die damaligen Versorgungsgebiete durch DAB in Österreich
(Grafik: ORS)


Perspektiven des österreichischen Rundfunks
aus Sicht der RTR - 3. Nov. 2009
Aktuelle Studie der RTR über "Chancen
und Risken des digitalen Hörfunks in Österreich".

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